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Vinylboden oder Laminat - nicht nur eine Frage des Geschmacks

11 Oct, 2019

Vinylboden oder Laminat - nicht nur eine Frage des Geschmacks

Vinyl und auch Laminat sind Bodenbeläge aus Kunststoff, die einem Parkett sehr ähnlich sind. Der Laminatbelag ist im Allgemeinen preisgünstiger, dagegen ist der Vinylboden für Feuchträume besser geeignet. Im Folgenden werden Ihnen noch weitere Unterschiede dargestellt, um die Kaufentscheidung bei der Renovierung zu erleichtern.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Vinyl und Laminat - beides Kunststoffe, die gerne als Alternative zu Parkett verwendet werden. Der Laminatboden ist jedoch ein Hartbodenbelag, während Vinyl elastisch ist. Das ist allerdings nicht der einzige Unterschied zwischen den beiden Auflagen. Welcher der Bodenbeläge aber ist für Ihre Renovierung zu empfehlen, und gibt es qualitative Unterschiede? Die jeweiligen Besonderheiten der beiden Bodenbeläge sind meist nur den Spezialisten bekannt. Und es gibt aber auf der anderen Seite eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten. Beide Fußböden sind nicht ausschließlich aus Naturfasern hergestellt, ein Anteil aus Kunststoff ist stets enthalten. Bei Renovierungen werden sie gerne verwendet, weil sie optisch gesehen dem Parkett sehr ähnlich sind. Sie werden allerdings deutlich günstiger angeboten als der Belag aus Holz. Beide Böden sind außerordentlich belastbar und sehr pflegeleicht. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig und das Angebot ist schier unübersehbar, weil von den Herstellern eine immense Auswahl an Designs, an Farben und Dekoren hergestellt wird, von der Basis-Variante bis zum Designboden.

Die Bestandteile von Laminat

Der Laminatboden besteht zum größten Teil aus Holz. Unterschiedliche Papiere und auch Schichten aus Kunststoff sind ebenfalls enthalten. Die Deckschicht, das Overlay, wird mit einem Kunstharz namens Melamin durchtränkt. Dies dient als Schutz für die Dekorschicht, die sich unter dem Overlay befindet und als Oberfläche wahrgenommen wird. Beide Schichten befinden sich auf einem hölzernen Träger, einer Spanplatte. Dies kann auch eine Holzfaserplatte sein, von hochdichter oder mitteldichter Konsistenz (MDF bzw. HDF). Ein sogenannter Gegenzug befindet sich unterhalb der Trägerplatte und stabilisiert die Diele zusätzlich.

Der Vinylboden

Man kennt Vinyl auch als Polyvinylchlorid, kurz PVC. Dies ist ein harter und spröder Kunststoff mit zusätzlich thermoplastischen Eigenschaften. Durch zugesetzte Weichmacher wird PVC zu einem weichen, sehr elastischen Bodenbelag verarbeitet. Der Bodenbelag aus Vinyl wird als Vollmaterial oder mit einer sogenannten HDF-Platte, die als Trägerplatte dient, angeboten. Die beiden Varianten verfügen über eine Trägerschicht, die aus Vinyl besteht und die Dekorschicht schützt. Vinyl als Vollmaterial eignet sich besonders für Feuchträume. Auf dem Vinyl mit Holzfaserplatte ist zusätzlich noch eine Korkschicht aufgebracht, weshalb es als besonders stabil gilt.

Venyl oder Laminat- was ist das Richtige?

Besondere Eignung in Feuchträumen

Ein Boden aus Vinyl ist in feuchten Räumen besser verwendbar als ein Laminatboden. Besonders die Variante aus Vollmaterial ist hier zu empfehlen, da sie ausschließlich aus Kunststoff besteht, der die Feuchtigkeit nicht aufnimmt. Der Laminatboden enthält in jedem Fall einen Holzanteil, und Holz neigt dazu aufzuquellen, wenn es mit Wasserdampf in Kontakt gerät. Auch das häufig angebotene Feuchtraum-Laminat ist nicht ausreichend wasserabweisend, und deshalb nicht vergleichbar mit Vinyl. In Ihrem Badezimmer sollten Sie deshalb, wenn die Entscheidung zwischen den Kunstböden getroffen werden soll, auf jeden Fall Vinyl verlegen. Das Verlegen von Vinyl auf einem Teppichboden sollte man unbedingt bleiben lassen. Kunststoff lässt keine Feuchtigkeit durch, ein Luftaustausch findet nicht mehr statt, und es bildet sich Schimmel.

Die Unterschiede für die Gesundheit und bezüglich der Hygiene

Ein gesundheitliches Risiko bestand bei Vinyl für lange Zeit, da es Weichmacher enthielt, die aber heute in der EU nicht mehr zugelassen sind. Sind Bodenbeläge außerhalb der Europäischen Union hergestellt, sollte man die Inhaltsstoffe beim Kauf gesondert prüfen. Vinyl wirkt antibakteriell, Mikroben und Bakterien haben auf diesem Belag keine Chance. Wegen dieser Eigenschaft ist Vinyl für Allergiker besser geeignet. Weil es besonders weich und auch elastisch ist, wirkt es schonend für die Gelenke. Laminatböden und auch Vinyl sind grundsätzlich gesundheitlich vollkommen unbedenklich, wenn sie nach den Vorgaben der EU hergestellt wurden. Allerdings kann die vollständige Entsorgung von Vinyl nur in Verbrennungsanlagen erfolgen. Bei der Verbrennung werden Giftstoffe freigesetzt, was eine deutlichere Umweltbelastung darstellt im Vergleich mit Laminatboden.